Gamay oder auch Gamay noir

Gamay oder auch Gamay noir genannt
Der Gamay noir mit weissem Saft (um ihn von der Gamay-Färbertraube mit gefärbtem Saft zu unterscheiden) ist in Frankreich allgemein unter dem Namen "Gamay Beaujolais" oder "Gamay d'Auvernge" bekannt, je nachdem, wo er angebaut wird. In einigen Ländern wird er auch "Bourguinon noir" oder "Burgunder" genannt.

Den Gamay finden wir in der Westschweiz. Vorwiegend im Kanton Genf und Wallis, wobei im Wallis der Gamay oft als Mischsatz für den Dôle verwendet wird.

Ursprung

Man weiss nichts Genaues über die Herkunft des Gamay. Gab es ihn schon vor der Ankunft der Römer, oder wurde er durch römische Soldaten, durch Veteranen, die ja als landwirtschaftliche Koloniesatoren angesiedelt wurden, aus anderen Ländern gebracht. Die Tradition will, dass Kaiser Probus, der aus Dalmatien stammte, 280 n.Chr. den Rebbau im Beaujolais begünstigte. Der Gamay breitete sich dank seiner Fruchtigkeit über mehrere französische Provinzen aus, vor allem im Burgund (Beaujolais).

Man kennt den berühmten Streit, als Philipp der Kühne, Herzog von Burgund, 1395 den Befehl erteilte in seiner Provinz den " sel bösen und unlauteren 'plant nommez Gaamez, duquel mauvais plant veient très-grant habondance de vins'" auszureissen, "da der Gamay - Wein der menschlichen Kreatur sehr abträglich sei". Trotz dieses Verbotes vermehrte sich die Kultur dieser Rebe in der Aude, im Maconnais und im Beaujolais. Etwas später, 1567, verbot Phillip der II., König von Spanien, seinerseits den Anbau des Gamay in der Freigrafschaft.

Möglicherweise wurden die ersten Gamay - Stöcke aus dieser Provinz unter dem Namen "Plant de Dôle" in die Westschweiz eingeführt. Eine andere Hypothese verdankt man Oberst Lullin (1832). Er meint, junge Stöcke seien von einem Wagen, der 1719 über den Faucille-Pass aus Frankreich kam, heruntergefallen, von einem Bauern aufgelesen und in der Domaine "Dolle" (zwischen Bursinel und Rolle) gepflanzt worden. Von dort hätte sich diese Rebe bis ins Wallis verbreitet. Nach Dr. H. Wuilloud wären die ersten Gamay - Reben im 19. Jahrhundert durch einen Walliser in der Parzelle "Agasse" oberhalb von Sion gepflanzt worden. Die gegenwärtige Ausdehnung der Rebsorte geht auf die Zeit nach 1950 zurück, als man den Anbau der blauen Sorten förderte, um die Absatzschwierigkeiten bei den Weissen - Weinen zu begegnen.

Eigenschaften

Der Gamay ist eine mittelstarke Sorte, die einen kurzen Schnitt verlangt, sonst erschöpft er sich rasch. Die Sorte ist empfindlich gegen Pilzkrankheiten, wie Falscher und Echter Mehltau, Brenner und Graufäule. Als Wein ist der Gamay von Natur aus wenig alkoholreich, 8 bis 10,5 Volumen-Prozent, also süffig und bekömmlich. Leider wird oft mit Zucker (Chaptalisation) nachgeholfen, dass stark alkoholhaltige Weine entsehen, die wuchtig und unausgeglichen sind.

Gegen über dem Pinot noir unterscheiden sich die Gamay Weine durch ihre ins Violette ziehende rote Farbe, eine höhere Säure und ein lebhaftes Bouquet.

Bedeutung

In Frankreich steht der Gamay an siebenter Stelle unter den angebauten roten Gewächsen, mehrheitlich wird er im Beaujolais und Mâconnais angebaut.

In der Schweiz wird der Gamay hauptsächlich in den Kantonen Wallis, Waadt und Genf angebaut. In der Ostschweiz und in den Kantonen Bern und Neuenburg ist er nicht zugelassen, weil er zu spät reift.

In Italien begegnet man ihm in den Provinzen Gorizia und Udine und in den Provinzen Arezzo und Aosta wird er empfohlen.

Quelle: Ampelographie Pierre Galet

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