Chasselas
Fendant(Walli) / Gutedel

Der
Gutedel ist eine Rebsorte mit doppelter
Verwendungsmöglichkeit, da dessen Früchte in
Westeuropa im allgemeinen als
Tafeltrauben konsumiert, in der Schweiz jedoch zu Weisswein gekeltert
werden.
Als sehr alte Rebsorte mit grosser Verbreitung hat der
Gutedel eine grosse
Anzahl an Synonymen, darunter oft die Namen der Orte, in denen er
angebaut wird.In
der Schweiz wurde diese Sorte lange Zeit
"Fendant genannt", da Haut und Fruchtfleisch bei Fingerdruck der Beere
bei Fingerdruck auf springt ohne das der Saft herausrinnt. Da die
Bezeichnung
Fendant im Wallis juristisch für seine aus Gutedel gewonnenen
Weine geschützt
wurde, spricht man in der Schweiz heute allgemeine von Chasselas, wenn
es um die
Rebsorte geht. Früher wurde er in der deutschen Schweiz
"Schenkenberger"
weil er vor der Reblauskatastrophe im Schenkenbergertal angebaut wurde.
Ursprung
Die
Herkunft des Gutedels liegt, wie
dies übrigens für die meisten Traubensorten der Fall
ist im dunkeln und ist
sehr umstritten. Nach gewissen Leuten wäre die Herkunft der
Gutedel asiatischer
Herkunft, da er seit sehr langer Zeit in der Umgebung von
Konstantinopel an
gebaut wurde. Seine Trauben wurden vor der
Einführung des "Chaouch",
weibliche Sorte mit grossen Beeren, von den Türken sehr
geschätzt.Andere
Ampelographen entdeckten im Garten unter
anderen Rebsorte auch zahlreiche Gutedelstöcke 80 Kilometer
südlich von Kairo.
Das berechtigt aber nicht, anzunehmen, dass hier die Wiege des
Chasselas steht,
er könnte durch die Türken, die das Land besetzten in
diese Oasen gebracht
worden sein, oder durch die Franzosen anlässlich des Feldzuges
von Bonaparte. Die
Schweiz scheint wahrscheinlich
eines der Ursprungsländer des Gutedels zu sein, indem diese
Rebe tatsächlich
hier entstanden ist oder zur Zeit der Kreuzzüge aus dem Nahen
Osten eingeführt
wurde.Der
Name Fendant erscheint bereits im
16. Jahrhundert und wurde im Waadtland benutzt, während die
Bezeichnung "Chasselas"
in den Schriften erst Ende des 17. Jahrhunderts erwähnt wird.
Die
Verwandtschaft der beiden Termini, Fendant und Chasselas wurde erst
1715
festgestellt.Der
Name Chasselas bezeichnet eine französische
Gemeinde im Mâconnais, einer Gegend, in der diese Rebe
früher unter der
Bezeichnung "Mornen" oder "Mornant" bekannt
war.
Eigenschaften
Der Gutedel ist eine
frühe Sorte, die sich
durchaus für nördliche Regionen eignet. Die
schönsten Trauben erhält man in
mageren Böden an Hanglagen, wo der Ertrag pro Stock zwischen 1
bis 2 kg
schwankt. Diese Traube ist anfällig auf Falschen und echten
Mehltau. Gesunde
Trauben kann man rechtlange am Stock hängen lassen.
In der Schweiz ist
der Gutedel der Weissfäule unterworfen, dagegen zeigt er sich
recht
wiederstandsfähig gegenüber der Graufäule.
Verwendung
In nördlichen
Weinbaugebieten werden
Gutedelstöcke an den Häusern als Spalierreben
gehalten. In diesen Fällen
handelt es sich um Tafeltrauben für den eigenen Konsum.
Als
Wein ist der Gutedel sehr angenehm, besonders
wenn er jung konsumiert wir. Er hat meistens etwas Säure, aber
kein
ausgesprochenes Bouquet. In der Schweiz wird der Wein vor allem unter
dem
Sortennamen "Chasselas" vermarktet, oft unter einer kantonalen
Schutzbezeichnung wie "Fendant" im Wallis, "Dorin" im Waadt,
"Perlan" im Kanton Genf . Die besseren Weine tragen eine
Lage- (Dézaley), Ursprungs- (Yvorne) oder
Herkunftsbezeichnung
(Neuchâtel). Es sind trockene süffige Weine, sowohl
zu Mahlzeiten oder für
zwischendurch.
Bedeutung
Der Gutedel ist die
meist angebaute
Traubensorte der Schweiz und belegt nahezu 50 Prozent der gesamten
Anbaufläche,
hauptsächlich im Waadt und Wallis. Die gewöhnlichen
Weine gehen als
Literqualität in den Handel, während
Qualitätsweine in 7-dl Flaschen
abgefüllt werden.In
Frankreich wird der Gutedel
hauptsächlich als Tafeltraube für den lokalen
Verbrauch angebaut. In
Deutschland ist er in Südbaden heimisch. In Italien wird der
Gutedel in Nord-
und Süditalien, sowie in Sizilien und Sardinien empfohlen oder
erlaubt. Auch in
Ungarn und Ex-Jugoslawien wird der Gutedel angebaut.
Quelle:
Ampelographie
Pierre
Galet