WeisseRebsorten im Wallis
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Die Aligoté Traube, die über ganz Frankreich verbreitet ist, wurde als Alternative zum Johannisberg ins Wallis geholt. Ein grösserer erfolg- loser Versuch wurde vor einigen Jahren eingestellt. Heute ist sie noch in kleineren Gebieten im unteren Wallis zu Hause, ihr Wein wird als guter und leichter trockener Weisswein in Flaschen angeboten.

Altesse ist eine weisse Traube, die ebenfalls in Frankreich beheimatet ist. Zwischen Lyon und dem Genfersee hat sie eher eine lokale Bedeutung. Im Wallis wächst sie prächtig, das Klima scheint ihr zu behagen, der Wein ist lieblich, elegant abgerundet mit einer feinen Blume. siehe Ampelographie

Amigne ist eine Rebe, die von den Römern in die Schweiz gebracht worden sein. soll. Die römsche Bezeichnung «vitis aminea major» weist darauf hin. Sowohl Arvine wie Amigne sind sehr lagerfähig und erreichen ihren Höhepunkt erst nach zwei bis drei Jahren.

Bernarda ist eine alte Rebe, von der es im Wallis keinen Wein mehr im Verkauf gibt. Es handelt sich dabei um den Prié blanc, der aus dem Aostatal zu uns kam. Der Name entstand vermutlich, weil diese Traube den Weg ins Wallis über den Grossen St. Bernhard fand. Probeweise wird sie von Jean Nicollier gekeltert.

Chardonnay siehe Ampelographie

Chénin blanc, ein Wein, der ebenfalls in Frankreich zu Hause ist. Als «Pinot de la Loire» ergibt diese Rebe dort Spitzenweissweine. Das wird auch der Grund gewesen sein, weswegen er im Wallis eingeführt und angebaut wurde. Ampelographisch hat dieser Wein mit dem Pinot blanc aber nichts gemeinsam. siehe Ampelographie
 
Ermitage entstammt dem französischen Rhônetal. Dort als Marsanne und Rousanne blanche bezeichnet, wächst er an den berühmten Steilhängen der Hermitage am unteren Rhônelauf. Von dort aus fand er den Weg Rhône aufwärts ins Wallis. Hier wird neuerdings der Rousanne pur gekeltert und verspricht nach seinem dritten Anbaujahr degustiert ein ausgezeichneter Wein zu werden, der seinem Bruder Marsanne in nichts nachstehen wird, eher vielleicht noch etwas eleganter zu werden scheint. siehe Ampelographie

Fendant geschützte Bezeichnung welche nur im Wallis verwendet werden darf, für Weine aus dem Chasselas oder Gutedel. Nähere Beschreibung siehe Ampelographie

Freisamer siehe Ampelographie

Gwäss der verdeutschte Name des Gouais blanc ist eine Rebe, die im Mittelalter besonders in der Ile-de-France und in der Champagne den grös- sten Teil der Rebflächen bedeckte. Vielleicht sind diese Reben durch die Nachfahren der Ligurer ins Wallis gebracht worden. Der säurereiche und zuckerarme Wein wird hauptsächlich als Ver- schnittwein verwendet, um säurearmen Weiss- weinen etwas Spritzigkeit zu geben. Nur noch ganz vereinzelt wird er pur ausgebaut. Bei Studien in den alten Weinbergen des Oberwallis wurde auch ein roter Gwäss gefunden, der ampelographisch genau dieselben Merkmale wie der weisse Gwäss aufweist. Es handelt sich dabei aber um eine rote Traube.

Heida oder Païen auch Savagnin oder Traminer, kam mit  grosser Wahrscheinlichkeit mit dem Rückzug der von den Ligurern abstammenden Völker ins Wallis. Bei ihrem Rückzug von der Meeresküste in die Berge durchschritten diese Völker mög- licherweise auch die «Franche Comté», wo sie unter anderem wohl auch die Savagninrebe kennen lernten, die sie dann im Wallis kultivierten. Auch hier handelt es sich nur um eine Vermutung, die aber wahrscheinlichste aller Thesen darstellt.

Himbertscha ist ebenfalls eine alte Wallisertraube, die sich hauptsächlich im Rebberg von Visperterminen erhalten hat. Der Name "Himbertscha" soll von dem himbeerartigen Geschmack des Weines herrühren. Jose-Marie Chanton aus Visp, der sich seit Jahren um die Kultivierung alter Weinreben aus dem Wallis bemüht,  kultiviert auch die Himbertscharebe, um einen weiteren neu/alten Walliser Weisswein auf den Tisch zu bringen.

Humagne blanche gehört ebenfalls zu den ganz alten einheimischen Rebsorten des Wallis. Auch diese Rebe soll uns von den Römern gebracht worden sein. Sie gehört heute zu den europ- äischen Raritäten und wird nur noch im Wallis angebaut. Der Wein soll heilsamgewesen sein, wurde er doch, jahrhundertlang als Krankenwein verordnet. Die ältesten schriftlichen Unterlagen, in denen dieser Wein als "vinum hum- anum" erwähnt wird, stammen aus Sitten und datieren aus dem 12. und 14. Jahr- hundert. Man nennte ihn auch" Kindbettenwein".

Der Johannisberg ist neben dem Fendant der hauptsächlichste Weisswein, der im Wallis angebaut wird. Auch dieser Name wird nur im Wallis verwendet. In der übrigen französischen Schweiz nennt man ihn Gros Rhin. Die Traube, von der, der Johannisberg hergestellt wird, heisst grüner Sylvaner. Auch hier streiten sich die Gelehrten über die Herkunft. Einerseits soll die Traube stark der apianischen Rebe, die Plinius in seinem Werk "Historia naturalis" beschrieb, ähneln, andererseits geht man von der wahr- scheinlicheren Annahme aus , dass die Wiege im rumänischen Transsylvanien (Siebenbürgen) stand. Siehe Ampelographie

Kerner siehe  Ampelographie  Wegen seinem Charakter sagt man ihm im Wallis keine grosse Zukunft voraus. Versuchsweise wird er angebaut und in kleinem Rahmen vinifiziert.

Der Lafnetscha ist identisch mit der Reb- sorte Blanchier und gilt als eine der ältesten Walliser Rebsorten. Der Name Lafnetscha ist von der Walliser Mundart abgeleitet. Da der Wein eher zu früh geerntet wurde, musste er wegen seiner Herbheit länger ausgebaut werden, was dazu führte, dass er nicht zu jung getrunken (gelafft) werden sollte. Laff-nit-scha heisst etwa trink-nicht-schon.Neuste Erknntnisse sagen das der Lafnetsch mit dem Completer im Kanton Graubünden identisch ist.
Studie von Dr. José Vouillamoz 2004

Eine der neusten Rebsorten ist die Mennas. Sie wurde von unter der Leitung von Hans-Peter Baumann aus Turtmann gezüchtet. siehe  Ampelographie

Der Vieux Muscat du Pays ist eine alte Walliser Muskattraube mit kleinen Beeren, die mit den grossbeerigen Muskatellertrauben nicht identisch ist. Der Muskatellerwein wird heute auf allen Kontinenten aus den verschiedensten Muskat- reben gekeltert, die im Laufe der Jahrhunderte teils durch Mutationen, teils durch Selektionen oder durch Kreuzungen entstanden sind.

Müller Thurgau siehe Ampelographie neben den trockenen Weissweinen Fendant und Johannisberg hat dieser fruchtige, ins süssliche gehende, mit einem ausgeprägt aromatischen Bouquet ausgestattete Wein Mühe, sich durchzusetzen.  Er entspricht den allgemeinen Gesch- macksvorstellungen des Wallisers nicht.

Muskat Canelli / 69 Muskat Ottonel sind zwei Muskatvariationen, die aus Italien (Canelli) und dem Elsass (Ottonel) ins Wallis kamen. Beide werden beschränkt an- gebaut, ergeben trockene Weissweine, wobei der Ott- onel recht säurehaltig ist. Im Gegensatz zu dem Vieux Muscat du Pays sind die beiden eher leichter und nicht ganz so aromatisch wie der alte Walliser Muskat.

Nobling wieder eine Kreuzung und ebenfalls deutschen Ursprungs. Die beiden Reben Gutedel und Silvaner (Fendant und Johannisberg) stehen als Eltern für diese Kreuzung. Er wird im Wallis versuchsweise angebaut. In kleinen Quantitäten ist er im Handel als Flaschenwein erhältlich

Beim Petit Arvine oder Arvine handelt es wie beim Amigne um eine Traube, die auch die Römer in die Schweiz gebracht haben sollen. Ampelographisch wird zwischen drei verschie- denen Arvine unterschieden. Die zwei wichtigeren sind der grossbeerige Arvine und der Petit Arvine, der kleinere Beeren hat. Untersuchungen ergaben, dass sich der Wein aus der Petit Arvine Traube mit vollerem Bouquet und geringerem Säuregehalt auszeichnet. Der Grand Arvine wird eher als charakterlos beschrieben. In einer Vergleichs- degustation von identisch gezogenen und gekelterten Weinen schnitt der Grosse gegenüber dem Kleinen um zwei ganze Degustationspunkte schlechter ab. Der Arvine brune existiert wohl, hat aber keine Bedeutung.

Pinot blanc oder Weissburgunder, soll eine Mutation des Pinot gris sein. Ampelographen vertreten auch die Ansicht, dass es sich dabei nicht um eine Mutation, sondern um einen durch Selektion mehr und mehr erblassten Pinot gris handeln soll. Auch der Pinot blanc wird seinen Weg in die Schweiz, der Rhône aufwärts folgend gefunden haben. Wenn man davon ausgeht, dass auch aus dem Wallis sogenannte Reisläufer in fremden Diensten Kriegsarbeit verrichteten, muss angenommen werden, dass heimkehrende Soldaten die eine oder andere Rebe mitgebracht haben.

Pinot blanc oder Weissburgunder, soll eine Mutation des Pinot gris sein. Ampelographen vertreten auch die Ansicht, dass es sich dabei nicht um eine Mutation, sondern um einen durch Selektion mehr und mehr erblassten Pinot gris handeln soll. Auch der Pinot blanc wird seinen Weg in die Schweiz, der Rhône aufwärts folgend gefunden haben. Wenn man davon ausgeht, dass auch aus dem Wallis sogenannte Reisläufer in fremden Diensten Kriegsarbeit verrichteten, muss angenommen werden, dass heimkehrende Soldaten die eine oder andere Rebe mitgebracht haben.

Planscher ist eine alte Weissweinrebe aus dem Oberwallis und ist nur noch vereinzelt zu finden.

Räuschling siehe Kanton Zürich. Versuchsweise wird dieser Weisswein, der sehr blüteempfindlich ist, im Wallis angebaut und ist im Handel beschränkt erhältlich.

Rèze / Resi vert et jaune gehören zu den Vieux Plants des Wallis. Es handelt sich dabei um Reben, die nur im Wallis heimisch sind und die seit unbekannter Zeit hier kultiviert werden. Reinen Rèze gibt es kaum noch, wird doch ein relativ grosser Bestandteil des Traubenmostes mit den anderen Vieux Plants des Wallis versetzt. Der Wein kommt als Vin du Glacier auf den Markt. Einer alten Tradition entspricht es, dass der Rèze früher im Lärchen- holzfass ausgebaut wurde, der Wein erhielt ähnlich wie beim griechischen Retsina einen harzigen Gout, wobei aber der charakter- istische Traubengechmack etwas überdeckt wurde.

Mit dem Riesling treffen wir wieder auf einen ausgesprochen bekannten Wein, der so neben- bei auch im Wallis angebaut wird. Es handelt sich dabei um die Hauptsorte, die in Deutschland an- gebaut wird.  Die Meinungen über die Herkunft dieser Rebe sind fast so zahlreich wie  die Synonyme. Allein in Deutschland finden wir an die zwanzig verschiedene Namen für diese Rebe. Die beiden plausibelsten Erklärungen des Sortennamens scheinen folgende zu sein: Wegen seiner rissigen Borke der Rieslingstämme könnte über den Namen Rissling ein Riesling entstanden sein oder da die Blüte dieser Rebe bei kühlem und nassem Wetter leicht verrieselt, kann der Ausdruck Riesling diesen Ursprung haben.
siehe Ampelographie

Vin du Glacier oder Vieux Plants ist ein Wein der alten Walliser Weissweinreben, wobei zirka 92 Prozent Rèze mit zirka 8 Prozent Humagne blanche, Hermitage, Petit Arvine und Malvoisie gemischt werden. Die Säure des Rèze verbindet sich mit der Blume der anderen drei Trauben zu einem Wein mit einer ganz speziellen Note. Zusätzliche Geschmackskomponenten kommen durch den Ausbau in verschiedenen Holzässern dazu, so wird der Rèze erst im Lärchenfass und der Humagne im Arvenfass ausgebaut, bevor die verschiedenen Weine zusammengeführt werden.

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